Montag, 10. Dezember 2018
Ich höre also bin ich

Ich höre also bin ich

Joachim-Ernst Berendt
Ich höre – also bin ich

366 Seiten
Goldmann, 1989
ISBN-10: 3-442-12149-3

Warum hören wir? Warum ist unser Hörsinn ein fragender Sinn, ist jeder Hör-Impuls gleichzeitig ein Frage-Impuls? Warum führen Fragen weiter als Antworten? Warum ist unser Ohr der leistungsfähigste unserer Sinne? Warum ist unser Ohr das einzige Sinnesorgan, das wir nie “schließen” können? Warum begleitet es unseren Lebensweg vollständiger als jeder andere Sinn, ist als erster entwickelt und erlischt als letzter? Was bedeutet es, dass unser Hören mit dem Hören der Mutter beginnt? Was bedeutet Nähe von Hören und Sexualität? Was wollen wir hören? Warum ist dies unser häufigste Vorwurf: “Du hörst mir ja wieder nicht zu!”? Warum führt jeder Ton, insofern er verklingen muss, in Stille und Schweigen? Was hören wir in der Stille? Warum bestehen alle Kulturen und Traditionen darauf, dass dort eine Stimme zu uns spricht? Was sagt sie zu uns? Warum sind die “ewigen Fragen” des Hörens auch die “ewigen Fragen” des Seins?

In einfachen, leicht nachvollziehbaren Übungen werden diese Fragen in einer Art „Enzyklopädie des Hörens“ aufgefächert und entfaltet. Am Ende steht die Vision: der hörende Mensch, der behutsam nach innen lauscht und dadurch liebes- und erlebnisfähiger wird, anstatt seine Sinne beständig gierig nach außen zu richten.

Das Auge ist der Spiegel der Seele – aber dass Ohr ist das Tor zur Seele