Montag, 10. Dezember 2018
Gesammelte Gedichte

Gesammelte Gedichte

Rainer Maria Rilke
Die Gedichte

1131 Seiten
Insel Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1998)
ISBN-10: 3-458-33946-9

Volker Michels nannte ihn „den größten und anspruchsvollsten Lyriker des 20sten Jahrhunderts, weil er der deutschen Sprache eine bis dato noch nie dagewesene Musikalität abgewonnen hat.“

Und Joachim Ernst Berendt schreibt: „Rilke geschah. Es gibt (…) im deutschen Denken keine Linie, die zu ihm geführt hätte. Die anderen großen deutschen Dichter und Denker sind eingebettet in eine Entwicklung, die zu ihnen weist – und von ihnen weiterführt. Rilke ist der ‚Einzelnste‘. Das bezeichnet den Rang seiner Kreativität.“
„Er war ‚der Einzelnste‘ – weshalb ihm jedes Wesen ein ‚Einzelnstes‘ war. Und doch war sein ‚Rühmen‘ und ‚Preisen‘ nie möglich ohne ein tiefes Verbundensein mit allen und allem.“
„Rainer Maria Rilke war ein Visionär des Neuen Bewusstseins.(…) Alles was er gesagt hat (…) hat er ‚eminent durchfühlt…Man möchte von einem Verstand des Gefühls sprechen.‘ Von einem Denken mit dem Herzen.“

    Denn das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist:
die Freiheit eines Lieben nicht vermehren
um alle Freiheit, die man in sich aufbringt.

Wir haben, wo wir lieben ja nur dies:
einander lassen.
Denn dass wir uns halten,
das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.

Ich hab das Ich verlernt
und weiß nur Wir,
in tiefer Liebe wurde ich zu Zwein
und aus uns beiden in die Welt hinein
und über allem Wesen wuchs das Wir
und weil wir alles sind, sind wir allein.