Montag, 10. Dezember 2018
Eiland

Eiland

Aldous Huxley
Eiland

344 Seiten
Piper; 1995
ISBN-10: 3-492-20358-2

Auf Pala, einer Insel im Indischen Ozean, lebt eine Gesellschaft nach eigenen Regeln. Will Farnaby, der als Journalist und Gesandter vermittels eines Schiffbruchs an die Gestade dieser Insel gelangt, wird nach seiner Bergung herumgeführt und lernt diese neue einzigartige Welt kennen, die ihm zu Anfang fremd ist. Stück für Stück nähert er sich und mit ihm der Leser einer konkurrenzfreien, friedlichen Gesellschaft, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass auf Kinder eingegangen wird, dass diese wirklich verstanden werden.
Die Inselbewohner nutzen Rituale und gemeinschaftsbildende Erfahrungen, um ihre Gemeinschaft zu kräftigen und den Zusammenhalt und das Verständnis untereinander zu stärken. Hierzu gehört auch ein freier Umgang mit Sexualität, derer sich schon Jugendliche freimütig bedienen, ebenso wie ein tabuloser und zielgerichteter Gebrauch von bewusstseinserweiternden Drogen.

Am Ende wird diese Vision jedoch durch den sogenannten Fortschritt eingeholt und zerstört. Eiland gehört zu den großen utopischen Romanen des letzten Jahrhunderts. Huxley entwirft darin das Bild einer Gemeinschaft, die sich zu den Prinzipien des Guten und der Freiheit nicht nur bekennt, sondern sie auch praktiziert.

Wenn ich nur wüsste, wer ich tatsählich bin, würde ich aufhören, mich als derjenige zu benehmen, der ich zu sein glaube; und wenn ich aufhören würde, mich wie der zu benehmen, der ich zu sein glaube, würde ich wissen, wer ich bin… Zu erkennen, wer wir tatsählich sind, führt zu Gut-Sein, und Gut-Sein führt zu der angemessensten Art von Gut-Tun. Aber Gut-Tun führt nicht von selbst zu Gut-Sein. Wir können tugendhaft sein, ohne zu erkennen, wer wir tatsählich sind. Diejenigen von uns, die bloß gut sind, sind nicht ‚gute Wesen‘; sie sind bloß Stützen der Gesellschaft… Aber Gut-Sein bedeutet die Erkenntnis dessen, wer man in Beziehung zu aller Erfahrung tatsächich ist; daher sei wachsam in jedwedem Zusammenhang, zu jedweder Zeit und wann immer du etwas tun oder erleiden magst… Je mehr ein Mensch über einzelne Dinge weiß, desto mehr weiß er über Gott… Vertrauen ist etwas ganz anderes als Glaube. Glauben heißt, nicht analysierte Worte systematisch allzu ernst nehmen.

Beginnen sie damit, dessen, was sie zu sein glauben, vollkommen gewahr zu sein. Es wird Ihnen dazu verhelfen, dessen gewahr zu sein, was sie tatsächlich sind.