Montag, 10. Dezember 2018

Die Lehren des Don Juan

Carlos Castaneda
Die Lehren des Don Juan Bd. 1 bis 8 – Eine ander Wirklichkeit – Reise nach Ixtlan – Der Ring der Kraft – Der zweite Ring der Kraft – Die Kunst des Pirschens – Das Feuer von Innen – Die Kraft der Stille

je ca. 200 – 300 Seiten
Fischer (Tb.), Frankfurt

Die Bücher von Castaneda (hauptsächlich die frühen), in denen der Schamane Don Juan seinen Schüler Castaneda unterweist, sind uns immer wieder wertvolle Wegweisung. Wir haben uns entschieden hier einige Auszüge zu veröffentlichen, die zwar recht zusammenhanglos erscheinen, aber doch für sich sprechen.

„Unser Schicksal als Mensch ist zu lernen, ob zum Guten oder zum Schlechten. Ein Mensch macht sich auf zum Wissen, wie er sich zum Krieg aufmacht, hellwach, voller Furcht und Achtung und absoluter Zuversicht. Wer sich auf andere Weise zum Wissen oder zum Krieg aufmacht, begeht einen Fehler, und wer immer ihn macht, wird seine Schritte ewig bereuen…
Sorge dich und denke nach, bevor du eine Entscheidung triffst, aber sobald du sie einmal getroffen hast, geh deinen Weg, frei von Sorgen und Bedenken; denn es erwarten dich noch Millionen weitere Entscheidungen… Nur der Gedanke an den Tod verhilft einem Menschen zu einer so hochgradigen Gelöstheit, dass er sich an nichts mehr hängen kann. Er weiß, dass der Tod hinter ihm schreitet und ihm nicht die Zeit lässt, sich an irgend etwas zu klammern. Und so versucht er alles und jedes, ohne sich jedoch daran zu hängen. Ein losgelöster Mensch weiß, dass es keine Möglichkeit gibt dem Tod zu entkommen, er hat nur eines, worauf er sich stützen kann: die Macht seiner Entscheidungen. Er muss sozusagen Herr seiner Entscheidungen sein. Er muss ganz begreifen, dass er für seine Entscheidungen verantwortlich ist, und dass, wenn er sie einmal getroffen hat, keine Zeit für Reue oder Beschuldigungen bleibt. Seine Entscheidungen sind endgültig, einfach weil der Tod ihm nicht die Zeit lässt, sich an irgendetwas zu klammern. Und so im Bewusstsein des Todes, losgelöst und mit der Macht seiner Entscheidungen, lebt der Krieger sein Leben wie eine strategische Aufgabe. Das wissen um seinen Tod führt ihn, hilft ihm, sich zu lösen und gibt ihm Kraft und Gelassenheit. Die Macht seiner endgültigen Entscheidungen befähigt ihn, ohne Bedauern seine Wahl zutreffen, und was er wählt, ist immer strategisch das beste. So tut er alles, was er tun muss, mit Vergnügen und mit frischen Kräften…
Der Tod ist unser ewiger Begleiter… Er ist immer zu unserer Linken, eine Armeslänge entfernt… Er hat dich immer beobachtet. Er wird es immer tun, bis zu dem Tag, an dem er dich anrührt… Was du tun musst, wenn du ungeduldig bist… wende dich nach links und frag deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst, oder, wenn du einfach das Gefühl hast, dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet… Der Tod ist der einzige weise Ratgeber, den wir haben.“

Der Weg zum Wissen und seine vier Feinde:
„Furcht ist der erste natürliche Feind, den ein Mensch auf dem Weg zum Wissen überwinden muss… Wenn ein Mensch anfängt zu lernen, ist er sich über seine Ziele nicht klar. Sein Vorsatz ist schlecht; seine Absicht ist vage. Er hofft auf Belohnungen, die niemals eintreffen werden, den er weiß nichts von den Härten des Lernens. Er beginnt langsam zu lernen – zuerst Schritt für Schritt, dann in grossen Sprüngen. Und bald sind seine Gedanken durcheinander. Was er lernt ist nicht, was er sich ausgemalt hat, und so beginnt er sich zu ängstigen. Lernen ist niemals das, was man erwartet. Jeder Schritt des Lernens ist eine neue Aufgabe, und das Erleben der Furcht nimmt erbarmungslos und unnachgiebig zu. Sein Vorsatz wird ein Schlachtfeld. Und so ist er über den ersten seiner natürlichen Feinde gestolpert: die Furcht!
Ein schrecklicher Feind- tückisch und schwierig zu überwinden. Er bleibt an jeder Wegbiegung verborgen, lauernd, wartend. Und wenn der Mensch, erschreckt durch ihre Anwesenheit, fortläuft, wird sein Feind seine Suche beendet haben… So wird er niemals lernen, niemals ein Wissender werden. Möchte er dies, darf er nicht fortlaufen… Er muss seine Furcht besiegen, er muss ihr trotzen und den nächsten Schritt des Lernens gehen und den nächsten und den nächsten. Er muss nur aus Furcht bestehen, und doch darf er nicht aufhören. Das ist die Regel! Und ein Moment wird kommen, wo sein erster Feind zurückweicht. Der Mensch beginnt, sich seiner selbst sicher zu sein. Sein Vorsatz wird stärker. Lernen ist nicht länger eine erschreckende Aufgabe. Wenn dieser glückliche Augenblick kommt, kann der Mensch sagen, dass er seinen ersten natürlichen Feind besiegt hat… Es geschieht allmählig, doch wird die Furcht plötzlich und schnell überwunden. Wenn ein Mann die Furcht überwunden hat, ist er für den Rest seines Lebens frei von ihr, weil er statt der Furcht, Klarheit gewonnen hat – eine Klarheit der Gedanken, die die Furcht auslöscht… Der zweite Feind auf dem Weg zum Wissen ist die Klarheit der Gedanken.
Sie ist schwierig zu erlangen aber sie macht auch blind, sie zwingt einen sich niemals selbst anzuzweifeln. Sie gibt Sicherheit, alles zu tun, was einem gefällt. Man wird mutig und schreckt vor nichts zurück. Es ist aber ein Fehler, es ist wie etwas Unvollständiges… Wenn der Mensch dieser vorgetäuschten Macht nachgibt, ist er von seinem zweiten Feind besiegt worden, und er wird mit dem Lernen spielen. Er wird eilen, wenn er geduldig sein sollte, oder er wird geduldig sein, wenn er eilen sollte… Um von diesem zweitem Feind nicht besiegt zu sein, muss man seiner Klarheit trotzen… Der dritte Feind auf dem Weg zum Wissen ist die Macht, der stärkste aller Feinde.
Ein Mensch auf dieser Stufe bemerkt kaum, wie der dritte Feind ihn einkreist. Sein Feind wird ihn zu einem grausamen, unberechenbaren Menschen gemacht haben. Ein Mensch, der von Macht besiegt ist, stirbt ohne wirklich gewusst zu haben, wie mit ihr umzugehen ist. Solch ein Mensch hat keine Gewalt über sich selbst und kann nicht entscheiden, wann oder wie er seine Macht anwenden soll. Ein Mensch ist nur dann besiegt, wenn er es nicht länger versucht und sich selbst aufgibt. Er muss einsehen, dass die Macht, die er scheinbar gewonnen hat, niemals wirklich sein ist. Er muss sich zu jeder Zeit selbst beherrschen und alles, was er gelernt hat, vorsichtig und ehrlich gebrauchen. Wenn er sieht, dass Klarheit und Macht ohne Selbstbeherrschung schlimmer als Fehler sind, wird er einen Punkt erreichen, wo sich ihm allesfügt. Dann wird er wissen, wann und wie er seine Macht gebraucht…Der vierte Feind, der grausamste ist das Alter.
Ihn kann man nicht wirklich schlagen, sondern nur bekämpfen. Man bekommt ein Verlangen nach Ruhe. Wenn man dem Verlangen sich auszuruhen und zu vergessen völlig nachgibt, wenn man sich selber in Müdigkeit wiegt, wird man seine letzte Runde verloren haben, und sein Feind wird ihn zu einem schwachen, alten Geschöpf niederstrecken. Aber wenn der Mensch seine Müdigkeit abschüttelt und sein Schicksal zu Ende lebt, kann er ein Wissender genannt werden, wenn auch nur für den kurzen Augenblick, da es ihm gelingt, seinen letzten unbesigbaren Feind abzuschütteln. Dieser Augenblick der Klarheit, der Macht und des Wissens ist genug…

Ich habe gelernt, dass die zahllosen Wege, die man in seinem Leben beschreitet, alle gleich sind. Unterdrücker und Unterdrückter treffen sich am Ende, und einzig die Tatsache bleibt bestehen, dass das Leben für beide zu kurz gewesen ist… Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste Form sich gehen zu lassen; es zwingt uns zu glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind… Sehen ist das Gegenteil von Zauberei. Sehen lässt einen die Unwichtigkeit aller Dinge erkennen…
Du sprichst zu viel mit dir selbst… Wir führen ständig ein inneres Gespräch… Tatsächlich halten wir unsere Welt mir unserem innerem Gespräch aufrecht… Wann immer wir aufhören, mit uns zu sprechen, ist die Welt stets so, wie sie sein sollte… Ein Krieger ist sich dessen bewusst und bemüht sich, dieses Gespräch einzustellen. Vor Allem musst du deine Ohren benutzen, um deinen Augen etwas von ihre Bürde zu nehmen. Wir sind von Geburt an gewöhnt, unsere Augen zu benutzen, um die Welt zu beurteilen. Wir sprechen mit anderen wie mit uns selbst hauptsächlich über das, was wir sehen. Ein Krieger ist sich dessen bewusst und horcht auf die Welt; er horch auf die Geräusche der Welt… Die Welt ist so-und-so, nur weil wir uns sagen, dass sie so-und-so ist. Wenn wir aufhören, uns zu sagen, dass sie so-und-so ist, dann wird die Welt aufhören so-und-so zu sein.“

Die persönliche Geschichte löschen:
„Ich habe keine persönliche Geschichte… Eines Tages stellte ich fest, dass ich keine persönliche Geschichte mehr brauche, da gab ich sie auf… Du wirst niemals wissen, wer oder was ich bin, weil ich keine persönliche Geschichte habe… Dein Vater weiß alles von dir… Er durschaut dich völlig. Er weiß, wer du bist und was du tust, und keine Macht der Welt kann ihn dazu bringen, seine Meinung zu ändern… Du musst deine persönliche Geschichte bestätigen, indem du deinen Eltern, deinen Verwandten und deinen Freunden alles, was du tust erzählst. Wenn du dagegen keine persönliche Geschichte hast, sind keine Erklärungen notwendig; niemand ist über deine Handlungen böse oder enttäuscht. Und vor allem kann dich niemand mit seinen Gedanken festlegen… Wenn nichts als gesichert gilt, dann bleiben wir wachsam, stets auf der Hut… Es ist erregend, nicht zu wissen, hinter welchem Busch der Hase sich versteckt, als so zu tun, als wüssten wir alles… Wir alle verhalten uns wie die Beute, der wir nachstellen. Das macht uns natürlich auch zur Beute für jemand oder etwas anderes. Nun muss ein Jäger, der alles dies weiß, sich darum bemühen, nicht mehr selbst Beute zu sein.“

Die eigene Wichtigkeit verlieren:
„Die eigene Wichtigkeit, ist auch etwas, das man aufgeben muss… Du bist so gottverflucht wichtig, dass du glaubst, das Recht zu haben, an allem Anstoß zu nehmen. Du bist so verdammt wichtig, dass du dir es leisten kannst, abzuhauen,wenn nicht alles so läuft, wie du willst… So lange du dich für das wichtigste auf der Welt hältst, kannst du die Welt um dich her nicht wirklich beurteilen. Du bist wie ein Pferd mit Scheuklappen, und du siehst nur dich, losgelöst von allem übrigen.
Weil du denkst, bedeuten dir die Dinge etwas. Wir lernen über alles nachzudenken, und dann üben wir unsere Augen darin, so zu sehen, wie wir darüber denken. Wir schauen auf uns selbst, denkend, wir seien wichtig. Deswegen kommen wir uns dann wichtig vor. Aber wenn du lernst zu sehen, kannst du nicht mehr länger über das nachdenken, was du siehst, und wenn du nicht mehr über das nachdenkst, was du siehst wird alles völlig unwichtig. Sich wichtig fühlen macht einen plump, schwerfällig und eingebildet. Um ein Krieger zu sein, muss man leicht und fließend sein.

Unerreichbar sein:
„Unnerreichbar zu sein bedeutet, dass man die Welt um einen her nur wohl dosiert berührt. Man isst nicht fünf Wachteln, man ist nur eine. Man zerstört nicht die Pflanzen, nur um eine Barbecue-Grube zumachen. Man setzt sicht nicht der Kraft des Windes aus, wenn es nicht unumgänglich ist. Man benutzt und presst die Menschen nicht aus, bis sie zu einem Nichts schrumpfen, besonders nicht die Menschen, die man liebt… Unerreichbar sein bedeutet, dass man bewusst vermeidet, sich selbst und andere zu erschöpfen… Es bedeutet, dass man nicht hungrig und verzweifelt ist, wie der arme Kerl, der glaubt, er bekommt nie wieder etwas zu essen und so viel verschlingt, wie er nur kann, alle fünf Wachteln auf einmal… Ein Krieger ist unerreichbar, weil er seine Welt nicht auspresst; er berührt sie behutsam, verweilt solange es nötig ist, und entfernt sich dann schnell, fast, ohne eine Spur zu hinterlassen.“

Das einzige, was zählt, ist das Handeln. Handeln statt sprechen:
„Wenn ein Mensch beschließt, etwas zu tun, dann muss er es durchführen, aber er muss die Verantwortung für das übernehmen, was er tut… Alles, was ich tue, ist meine Entscheidung und meine Verantwortung… Für dich ist die Welt sonderbar, weil sie dir entweder langweilig ist, oder aber weil du mit ihr nicht zurecht kommst. Für mich ist die Welt sonderbar, weil sie erstaunlich,ehrfurchtgebietend, geheimnisvoll, unergründlich ist; mir liegt daran, dich zu überzeugen, dass du die Verantwortung übernehmen musst für dein Hiersein in dieser wunderbaren Welt, in dieser wunderbaren Wüste, in dieser wunderbaren Zeit. Ich möchte dich davon überzeugen, dass du lernen musst, jede Handlung wichtig zu nehmen, denn du wirst nur eine kurze Weile hier sein, wirklich zu kurz, um alle Wunder dieser Welt zu erleben… Du hast keine Zeit, mein Freund, keine Zeit. Niemand von uns hat Zeit… Nimm die Herausforderung an, ändere dich… Die Änderung von der ich spreche, findet nie schrittweise statt; sie tritt plötzlich ein. Und du bereitest dich auf diesen plötzlichen Akt, der eine totale Veränderung bringen wird, nicht vor… Handlungen haben Kraft, besonders, wenn derjenige, der handelt, weiß, dass diese Handlungen seine letzte Schlacht sind… Lass jede deine Handlungen deine letzte Schlacht auf Erden sein. Nur unter diesen Bedingungen werden deine Handlungen die Kraft haben, die ihnen zusteht. Sonst werden sie, solange du lebst, die Handlungen eines verzagten Menschen sein. Ich rate dir, dein Leben neu zu überdenken und deine Handlungen in diesem Licht zu überprüfen…
Persönliche Kraft ist ein Gefühl, so etwas wie Glücklichsein. Oder man könnte es eine Stimmung nennen. Persönliche Kraft ist etwas, dass man unabhängig von seiner Herkunft erwirbt… Ein Krieger ist ein Mensch, der nach Kraft jagt… Du musst glauben, dass man sich der persönlichen Kraft bedienen kann und dass es möglich ist, sie zu speichern… Kraft ist eine komische Sache. Um sie zu haben und über sie zu gebieten, muss man zuerst Kraft haben. Es ist jedoch möglich sie Schritt um Schritt aufzuspeichern, bis man genug davon hat, um ein Gefecht der Kraft zu bestehen… Es ist dumm, sich ohne Kraft ins Unbekannte vorzuwagen. Man würde nur den Tod finden… Alles was ein Mensch tut, hängt von seiner persönlichen Kraft ab… Für jemanden, der keine Kraft besitzt, sind daher die Taten eines mit Kraft ausgestatteten Menschen unglaublich… Über eine Kraft nur zu reden, ist sinnlos. Wenn du wissen willst, was Kraft ist, und wenn du sie speichern willst, dann musst du dich unmittelbar selbst auf alles einlassen.“

Der Eigendünkel:
„Unser Eigendünkel bewirkt, dass wir uns die meiste Zeit unseres Lebens von irgenjemanden gekränkt fühlen… Was uns schwächt, ist unser Gefühl, durch das Tun und Lassen unserer Mitmenschen verletzt zu sein… Ein Krieger legt sich ein strategisches Inventar zu… Der Eigendünkel ist der Posten, der die meiste Energie verbraucht – daher das Bestreben, ihn loszuwerden… Eines der wichtigsten Anliegen eines Kriegers ist, diese Energie freizusetzen.“

Die Kunst des Pirschens:
Die Kunst des Pirschens besteht aus sechs Elementen, die einen Zusammenhang bilden: Kontrolle, Disziplin, Voraussicht, Timing, Wille, der kleine Tyrann.
„Das umdirigieren dieser Energie – das ist Makelosigkeit… Ein kleiner Tyrann ist ein Quälgeist… Jemand, der entweder Macht über Leben oder Tod des Kriegers hat, oder ihn lediglich so lange plagt, bis er seinen Weg verlässt.
Der Durchschnittsmensch, macht den Fehler, den kleinen Tyranen ohne eine Strategie zu begegnen, auf die er sich stützen könnte. Er nimmt sich zu ernst und misst seinen Handlungen und seinen Gefühlen zuviel Gewicht bei. Der Krieger dagegen hat eine wohldurchdachte Strategie und ist frei von Eigendünkel. Die Erkenntnis, dass die Realität nur eine von uns selbst gegebene Deutung ist, hält seinen Eigendünkel im Zaum.
Bewusstsein entwickelt sich seit dem Moment der Empfängnis. Sexuelle Energie ist etwas höchst Bedeutungsvolles, dass kontrolliert und sehr behutsam eingesetzt werden soll. Dabei ist die Kontrolle nicht im moralischen Sinne gemeint sondern im Sinne des Sparens und Umdirigirens von Energie. Der Mensch ist im Irrtum, wenn er das Mysterium der Existenz missachtet und einen so subtilem Akt, wie die Verleihung von Leben und Bewusstsein, für einen lediglich körperlichen Trieb hält, den man beliebig verbiegen kann. Krieger wissen, dass die einzige Energie, die wir besitzen, eine lebensspendende sexuelle Energie ist. Dieses Wissen macht, dass sie sich stets ihrer Verantwortung bewusst sind.

„Für mich gibt es nur das Gehen auf Wegen, die Herz haben, auf jedem Weg gehe ich, der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat. Dort gehe ich und die einzige lohnende Herausforderung ist, seine ganze Länge zu gehen. Und dort gehe ich und sehe und sehe atemlos… Es ist sinnlos, dein Leben auf einem Weg zu verschwenden, besonders wenn dieser Weg nicht ein Weg mit Herz ist. „Aber wie weißt du, wann ein Weg nicht ein Weg mit Herz ist, Don Juan.“

„Bevor du dich auf ihn begibst, stell dir die Frage: Ist dies ein Weg mit Herz? Wenn die Antwort nein ist, wirst du es wissen, und dann musst du einen anderen Weg wählen.“

„Aber wie werde ich mit Sicherheit wissen, ob es ein Weg mit Herz ist oder nicht?“

„Jeder würde das wissen. Das Problem ist, es stellt niemand die Frage, und wenn ein Mann schließlich erkennt, dass er einen Weg genommen hat, der kein Weg ist, der Herz hat, ist der Weg bereit ihn zu töten. An diesem Punkt können sehr wenige Menschen innehalten, um nachzudenken und den Weg zu verlassen… Ein Weg, der kein Herz hat, ist niemals schön. Du musst hart arbeiten, um ihn auch nur einzuschlagen. Andererseits ist ein Weg mit Herz sehr einfach; um ihn gerne zu haben, musst du nicht arbeiten.“