Montag, 10. Dezember 2018
Der Dialog

Der Dialog

David Bohm
Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen

175 Seiten
Klett-Cotta, 2002
ISBN-13: 978-3608918571

Der Dialog ist eine neue Form des Gespräches. Hier werden weniger Argumente ausgetauscht, sondern Horizonte eröffnet. Der Dialog ist eine Chance, Neues zu entdecken, keine Garantie, Altes zu bewahren.

Das Buch ist die bislang umfassendste Dokumentation des Prozesses, den David Bohm schlicht „Dialog“ nannte. Es ist sowohl Arbeitshandbuch für solche, die am dialogischen Prozess teilnehmen wollen als auch theoretische Grundlage für diejenigen, die die tieferen Dimensionen des Bohmschen Weltbildes ausloten wollen.

Der Dialog, wie Bohm ihn versteht, ist ein vielschichtiger Prozess, der über die herkömmliche Vorstellung von Gespräch und Gedankenaustausch weit hinausgeht. Unsere tiefsitzenden Wertevorstellungen, Wesen und Intensität der Emotionen, die Muster unserer Denkprozesse, die Funktion des Gedächtnisses, die Bedeutung tradierter kultureller Mythen und die Art und Weise unserer Augenblickserfahrung werden im dialogischen Prozess erkundet und offen gelegt.
Dabei ist der Dialog ein Prozess direkter Begegnung von Angesicht zu Angesicht und hat mit dem Theoretisieren, welches häufig unter der selben Bezeichung praktiziert wird nichts gemein.

Die ganze Gruppe wird zu einem Spiegel für jeden Beteiligten. Die Wirkung, die wir auf andere haben, ist ein Spiegel, ebenso wie die Wirkung, die andere auf uns ausüben. Wenn wir den ganzen Prozess erkennen, wird der Einblick in das erleichtert, was in der Gruppe vorgeht, dann können wir sehen, dass wir alle im selben Boot sitzen.

In einem Dialog versuchen die Gesprächsteilnehmer nicht, einander gewisse Ideen oder Informationen mitzuteilen, die ihnen bereits bekannt sind. Vielmehr könnte man sagen, dass die beiden etwas gemeinsam machen, das heißt, dass sie zusammen etwas Neues schaffen. Dies gelingt natürlich nur, wenn die Gesprächsteilnehmer in der Lage sind, einander uneingeschränkt und vorurteilsfrei zuzuhören, ohne zu versuchen, sich gegenseitig zu beeinflussen. Das Interesse eines jeden muss in erster Linie der Wahrheit und Kohärenz gelten, so dass er bereit ist, alte Vorstellungen und Absichten fallenzulassen und, wenn nötig, zu etwas anderem fortzuschreiten.