Montag, 10. Dezember 2018
Kommunikationsempfehlungen

Kommunikationsempfehlungen

Diese Empfehlungen bilden einen Rahmen für einen dialogischen Gruppenprozess. Die Grundfassung die dieser hier als Vorlage diente, stammt von Morgan Scott Peck, der sie für seinen Prozess der Gemeinschaftsbildung erstellte. Die hier vorliegende stark erweiterte Version haben wir mit Anregungen von Samuel Widmer und Robert Stein-Holzheim und mit unseren eigenen Erfahrungen ergänzt.
Du wirst nicht zufällig einige Parallelen zu den „Thesen für ein lebendiges und freudigeres Miteinander“ feststellen, denn das Miteinander wird in besonderem Maße durch Kommunikation geprägt.
Ihren Wert erhalten die Empfehlungen vor allem dann, wenn sie nicht dogmatisch wie Gesetze angewendet und eingefordert, sondern in Freiheit und mit Einsicht gelebt werden.

  • Sei pünktlich und halte dich an Abmachungen!
  • Verpflichte dich am Ball zu bleiben, dran zu bleiben, sowohl für den einen Gesprächsabend, als auch für eine längere Zeit des Gemeinschaftsprozesses!
  • Bleibe auch innerlich dabei und aufmerksam, auch wenn es Zeiten gibt, wo du dich unwohl fühlst! Sei beteiligt mit Worten oder ohne! Bleibe emotional anwesend!
  • Respektiere absolute Vertraulichkeit. Was in der Gruppe besprochen wird soll auch in der Gruppe verbleiben!
  • Höre aufmerksam und mit Respekt zu, wenn jemand dir etwas mitteilt! Denke nicht schon während der andere spricht über eine Antwort nach!
  • Drücke dein Missfallen und deine Zweifel in der Gruppe aus, nicht außerhalb!
  • Sprich von dir in der Ich-Form, so dass du dich wirklich verbindest mit dem was du sagst! Sprich von dir und deiner momentanen Erfahrung! Erforsche dich und verzichte darauf zu dozieren oder zu erklären! Achte auf das was du sagst und wie du es sagst! Wähle deine Worte mit Bedacht!
  • Ersetze Glauben und Wissen durch Wahrnehmung! Erkenne aber auch die Absicht hinter deiner Wahrnehmung! Erkenne dich selbst in deinen Gefühlen, Gedanken und in deinem Handeln!
  • Höre auf deine innere Stimme! Sprich, wenn du dazu bewegt bist! Sprich nicht, wenn du dazu nicht bewegt bist!
  • Bleibe immer im Inneren allein und schließe dich nicht an!
  • Schau dir zu, was du sprichst, wie du sprichst! Rede nur Essentielles!
  • Unterscheide zwischen sehen und aussprechen wie die Dinge sind und verurteilen!
  • Wähle nicht, entscheide nicht, bewerte nicht, sondern halte deine Annahmen in der Schwebe!
  • Lass dich nicht von Tatsachen beleidigen! Nimm die Dinge nicht persöhnlich!
  • Schließe ein und vermeide auszuschließen! Schließe dich auch selbst nicht aus, indem du z.B. nicht sprichst, obwohl du dazu bewegt bist zu sprechen oder indem du sprichst, wenn du nicht dazu bewegt bist!
  • Folge deiner Angst und gehe persönliche Risiken ein! Gehe ins Unbekannte! Mache dich verwundbar!
  • Gefühle und Emotionen dürfen da sein!
  • Erkenne den Wert von Stille und Schweigen in der Gemeinschaft. Lerne stillzusitzen und stillzuhalten!
  • Sei verantwortlich für deinen persönlichen Erfolg in der Gruppe, für das, was du aus dem Gruppenprozess für dich gewinnen kannst!
  • Es gibt keine Garantie, dass eine Gruppe wirkliche Authentizität erlebt. Es ist für alle ein Abenteuer ins Unbekannte!

Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ im „Bauen“ von Gemeinschaft. Wir wissen nur, dass es sinnvoll ist daran zu arbeiten. Es gibt manchmal Phasen, die man durcharbeiten muss. Niemand weiß, wie das in einer bestimmten Gruppe genau aussehen wird!